Die Eltern der Brüder Gubler

Heinrich Eduard Gubler, der Vater der drei Brüder Gubler, wurde am 20. Februar 1865 in Zürich geboren. Nach der Dekorationsmalerlehre und dem Besuch der Kunstgewerbeschule Zürich arbeitete er zuerst in einer keramischen Werkstätte in Winterthur, dann 46 Jahre im Geschäft des Malermeisters Christian Schmidt & Söhne in Zürich. Seine Haupttätigkeiten hier waren: Restaurieren von alten Wandmalereien (in fast allen Landesteilen der Schweiz), Entwurf und Ausführung von Dekorationsmalereien (in und an Gebäuden). 1890 heiratete er Berta Plüss von Riken, Gemeinde Murgenthal, Kanton Aargau. Sie wurde am 9. Oktober 1864 geboren und war zuletzt in einer Strickereifirma in Zürich tätig. Eduard und Berta Gubler-Plüss wohnten zeitlebens in Zürich-Aussersihl, an der Langstrasse gegenüber dem Kanzlei-Schulhaus. Ihre drei Söhne sind vor der Jahrhundertwende zur Welt gekommen: Eduard 1891, Ernst 1895 und Max 1898.

Sie sind aufgewachsen im damals jüngsten und vielfältigsten Quartier der Stadt. Hierhin zogen die in- und ausländischen Arbeitskräfte, die im benachbarten Industriegebiet, in den Bahnbetrieben und im Baugewerbe Arbeit fanden. Aussersihl wurde zum „roten Arbeiterquartier“, in dessen Strassen und Plätzen immer wieder soziale und politische Konflikte ausgefochten wurden. Für die Familie Gubler wurde das Riedertal im Kanton Uri zum regelmässigen Rückzugsort und zur zweiten Heimat.

Da der Vater oft längere Zeit ausser Haus arbeitete, musste die Mutter ihre Söhne weitgehend allein erziehen – dies in einer gesellschaftlich und politisch schwierigen Zeit. Gemäss dem Briefwechsel zwischen Ernst und Max Gubler (oft über die Eltern), war die Mutter eine Frau mit tiefer protestantischer Frömmigkeit, mit grossem mitmenschlichem Verantwortungsbewusstsein, strenger Pflichtauffassung, und doch naturverbunden und warmherzig im menschlichen Umgang. Der Vater andererseits war ein eher stiller, aber selbstbewusster Mann, ein brillanter Zeichner, Maler und Fotograf, dazu handwerklich vielseitig veranlagt und in allem sehr exakt. Berta Gubler-Plüss verstarb am 16. Oktober 1942 in Zürich, im Alter von 78 Jahren. Heinrich Eduard Gubler verstarb am 14. August 1948 in Zürich, 83jährig.

Im Sommer 1905 restaurierte Heinrich Eduard Gubler die freigelegten Fresken in der Wallfahrtskapelle im Riedertal bei Bürglen, Kanton Uri. Die Gattin und die Söhne zogen für einige Wochen zu ihm, um ihm und seinen Gesellen den Haushalt zu besorgen. Von nun an verbrachte die Familie regelmässig die Sommerferien im Rindertalg.